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Griechenland, deine Geschichte(n)

"Freiheit oder Tod." – Der martialische Wahlspruch Griechenlands lässt Platz für Interpretationen. Seit 20. Juni steht dem Land mit Andonis Samaras ein Premierminister vor, der mit einer Koalition aus drei Parteien am Sparkurs des Landes festhalten und das Land weiter sanieren will.

Aber kaum im Amt, stellten die neuen Regierenden die Frage nach einer Verlängerung des Sparziels, das Haushaltsdefizit von 9,3% im letzten Jahr statt wie geplant 2014 erst 2016 auf 2,1% zu reduzieren. Dieser Aufschub würde weitere 16 bis 20 Mrd. Euro kosten. Deutschlands Finanzminister Schäuble reagierte prompt: Griechenlands neue Regierung sollte, statt nach weiteren Hilfen zu fragen, schnellstens den bisherigen Rettungsplan umsetzen. Und Kanzlerin Merkel: "Es ist jetzt nicht die Zeit für irgendwelche Rabatte."

Deutschlands Wort hat für die griechische Regierung Gewicht. Wie eng Deutschland mit Griechenland verbunden ist, ist kaum bekannt. Ohne tief in die Historie einzusteigen: Mit den Londoner Protokollen legten die damaligen Großmächte Frankreich, England und Russland den Grundstein für einen hellenischen Staat der Neuzeit – 1832 mit Prinz Otto von Bayern als erstem König. Es folgten Georg I., Prinz aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, dessen Sohn Konstantin I., als Studiosus in Heidelberg und Leipzig unterwegs und später mit Sophie von Preußen verheiratet, sowie drei seiner Söhne und, als letzter Monarch bis 1974, sein Enkel Konstantin II. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Heute heißen die Mächtigen Europäische Union, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank. Diese Troika wird prüfen, wie Griechenland die Reformen vorantreibt. Zumindest gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass das Land konkrete Sparmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft hat. Das hat laut Süddeutscher Zeitung ein Gutachten von Übergangspräsident Papadimos gezeigt.

Wer so mit realen Einsparpotenzialen verfährt sie ungenutzt lässt und trotzdem um weitere Unterstützung nachsucht, darf sich nicht über Ablehnung wundern. Das zeigte eine jüngste Umfrage unter 4.000 Bürgern in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Je nach Land würden es zwischen 49% (Spanien) und 78% (Deutschland) gern sehen, wenn Griechenland die Euro-Zone verließe. Die Mehrheit der Befragten in den vier Ländern befürwortet den Euro und rechnet nicht damit, dass die Schulden... – über EUR 170 Mrd. – beglichen werden können.

Auch diese Umfrageergebnisse kommentierte Finanzminister Schäuble mit deutlichen Worten: Sie zeigen, wie sehr Griechenland an Vertrauen bei den Europäern eingebüßt habe. Die neue Regierung in Athen müsse ihre öffentlichen Haushalte in Ordnung bringen und mit den Spitzen der Euro-Zone verhandeln, die nach zwei folgenlosen Milliardenkrediten nun die Geduld verlieren.

Wie weit her es mit dem Vertrauen ist, zeigt auch die Beurteilung eines der führenden Finanzmarktindizes, des MSCI Index der US-Investmentbank Morgan Stanley. Mit Blick auf den derzeitigen Schuldenstand, die wackelige Euro-Mitgliedschaft und fast unverkäuflichen Anleihen riskiere das Land, so Reuters, vom Status eines als entwickelt geltenden Industriestaates ("developed market") auf das ökonomische Niveau eines Schwellenlandes ("emerging market") herabgestuft zu werden.

Laut Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) ist die griechische Wirtschaft 2011 wegen der Einschnitte zur Haushaltskonsolidierung, massiver ökonomischer Verwerfungen und schwacher Exporte deutlich geschrumpft. Die Arbeitslosenquote vor allem in der jüngeren Generation sei stark gestiegen. Die Ergebnisse werden sich laut OECD-Ausblick noch bis zur zweiten Jahreshälfte 2013 verschlechtern, bis sich die Haushaltslage leicht entspannt und die weitreichenden Strukturreformen greifen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und die Nachfrage auf den internationalen Märkten wieder voranzubringen – vorausgesetzt, die Konsolidierungs- und Reformprogramme von IWF und EU werden komplett umgesetzt.

Unter diesen Voraussetzungen kann sich laut OECD-Berechnungen der Warentransfer Griechenlands innerhalb eines Jahres bis Mitte 2013 verbessern. Die Organisation rechnet mit einem Anstieg des Exportvolumens von 3,7% auf 6,9%. Reuters berichtete schon jetzt – wohl ausgehend von einem sehr geringen Niveau, das aber durchaus einen Richtungstrend aufzeigt –, von einem Anstieg der griechischen Exporte nach China im ersten Quartal 2012 um 269,1% (!) im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Exporte nach Nordafrika und in den Mittleren Osten stiegen um 98%, in die Länder der EU sanken sie dagegen um 6,8%.

Hier zeigen sich nicht nur historische Parallelen mit Deutschland, sondern auch maritime: Beide Länder sind exportorientiert und zählen zu den führenden Seehandelsnationen der Welt. Während in Griechenland die größte Tankerflotte beheimatet ist, fahren die mit weitem Abstand meisten Containerschiffe für deutsche Eigner. Griechenland rangiert in diesem Segment hinter Japan, Dänemark und China auf Platz fünf. Weltweit liegt die griechische Handelsflotte nach Tonnageanteilen auf Rang zwei, hinter Japan und vor Deutschland.

Von leichten Nachfragesteigerungen nach modernen 1.700-TEU-Typen mit Ladegeschirren berichtete das Branchenmagazin HANSA im Juni. Für Schiffe um 1.700 TEU – ein Segment in dem mehrere Schiffe der Hansa-Hamburg-Flotte fahren – lag die durchschnittliche Charterrate Ende Juni laut Containerschiffindex New ConTex bei gut USD 6.700 pro Tag.

Quellen: VDR, www.reederverband.de/daten-und-fakten; HANSA Maritime Journal, Nr. 6/2012; Reuters v. 25. Juni 2012: Stop asking for more help, Germany tells Greece; Reuters v. 25. Juni 2012: Greece may still become an emerging market – again; OECD – Economic forecast summary, May 2012; DIE ZEIT, Interview mit Wolfgang Schäuble v. 21. Juni 2012; Süddeutsche Zeitung v. 19., 21. Juni 2012; Containerschiffsindex New ConTex, www.vhss.de/contex.php. Bildquelle:

Irak belebt Ölindustrie

Der Irak zählt zu den unsichersten Ländern der Welt. Regelmäßig gibt es Berichte von neuen Bombenexplosionen und weiteren Opfern. Das ist die eine – traurige – Seite eines Landes, das sich bis zum Beginn des irakisch-iranischen Krieges 1980 zu einem Industriestaat entwickelt hatte. Seitdem haben drei Golfkriege, Wirtschaftssanktionen und Ölboykotte das Land wieder zu einem Entwicklungsland gemacht – mit einem der umfangreichsten Erdölreserven der Erde.

Um die Macht ausländischer Ölkonzerne zu begrenzen und um auf nationaler Ebene von den Erträgen der Ölförderung besser profitieren zu können, gründete der Irak gemeinsam mit Saudi Arabien, Kuwait, dem Iran und Venezuela 1960 die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (OPEC). Durch die Oberhoheit über die eigenen Ölreserven flossen die Exporterlöse in den irakischen Staatshaushalt und von dort beispielsweise in den Ausbau der Binnenwirtschaft sowie die Errichtung eines in der arabischen Region beispielhaften Gesundheitssystems. An diese prosperierenden Zeiten möchte das Land wieder anknüpfen – und zwar mithilfe seiner Ölvorkommen.

Die Entwicklung der Ölindustrie, die Jahrzehnte lang vernachlässigt worden sei, habe gute Fortschritte gemacht. Fast 95% der Einnahmen des Landes stammen laut Energie Informationsdienst (EID) aus dem Ölexport und kommen dem Wiederaufbau des Landes und seiner sozialen Systeme zugute. 2012 sei bereits ein Fünftel mehr Öl exportiert worden als im Jahr zuvor, teilte der EID Mitte Juni mit. Zurzeit produziere der Irak so viel Öl wie zuletzt 1979 nach der Machtergreifung Saddam Husseins. Nach OPEC-Angaben lag die Tagesproduktion im April bei knapp 3 Mio. Barrel (Durchschnitt 2011: 2,66 Mio.) Zusammen mit den Produktionssteigerungen Saudi Arabiens und der wieder erstarkten Förderung in Libyen habe man den Rückgang iranischer Ölexporte – laut OPEC im ersten Quartal 2012 rund 12% weniger als im selben Zeitraum 2011 – kompensieren können.

Die Aussagen des Irak zur Steigerung der Ölförderproduktivität klingen ambitioniert. Um rund 50% solle die Produktion bis Ende 2014 zulegen, sagte Thamir Ghadhban, Vorsitzender der Beraterkommission des irakischen Präsidenten Al-Maliki auf der Iraq Petroleum Conference in London. In den nächsten sechs Monaten werde der Irak seine Tagesproduktion auf 3,4 Mio. Barrel anheben, Ende 2013 bei 3,9 Mio. und ein Jahr später bei 4,5 Mio. Barrel pro Tag liegen, heißt es dazu in der Iraq Business News. Denkbar sei 2020 sogar eine tägliche Produktionsmenge von 9 Mio. Barrel, so Ghadhban, der damit seine vorherige Ankündigung eines Produktionsvolumens von 12 Mio. Barrel revidierte. Das Land wäre damit aus heutiger Sicht der weltweit drittgrößte Ölproduzent hinter Russland und Saudi Arabien.

Laut EID bezweifeln Experten dass diese Ziele erreicht werden. Neben der politisch unsicheren Lage mit zeitaufwändigen bürokratischen Hürden, (mit) Korruption und anhaltenden Streitigkeiten, neben Verteilungskämpfen um Förderregionen und Öleinnahmen stockt der Ausbau von Pipelines und Ölexporthäfen. Anerkannt werde aber das bisher von der Ölindustrie Erreichte. Die größten Ölgesellschaften engagieren sich im Irak, der chinesische Staatskonzern CNPC hat mit der Erdölgewinnung im Südosten des Landes begonnen. Wie die unabhängige irakische Nachrichtenagentur Shafaq News berichtet, habe CNPC angekündigt, die Ölförderung, die sich der Konzern mit weltweit agierenden Ölgesellschaften TOTAL und Petronas teilt, in kurzer Zeit zu verdoppeln. Während der jetzt begonnenen Produktionsphase sollen täglich 100.000 Barrel fließen. In der ersten Jahreshälfte 2012 seien die chinesischen Rohölimporte aus dem Irak um 17% gestiegen.

Auch der Einstieg von BP, Gazprom, Shell & Co. in die irakische Erdölförderung zeigt, für wie bedeutsam und lukrativ das Engagement in dieser Region von den größten Ölgesellschaften gehalten wird. Die unsichere Lage im Land ist dabei kein Hindernis. Sämtliche involvierten Konzerne kündigen außerdem die Intensivierung der Produktion an, so dass die Vorstellungen Ghadhbans, das Ölfördervolumen deutlich zu erhöhen, durchaus realistisch klingen. Und mit den Aktivitäten der Fördergesellschaften, dem nach zähem Ringen verabschiedeten Staatshaushalt und dem höher als einkalkulierten Ölpreis für die heimische Sorte Basra Light (kalkuliert wurde mit USD 85 pro Barrel, 2012 liegt der Schnitt derzeit bei USD 114,02) steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Infrastruktur – Pipelineprojekte, Ölterminals, Hafenanlagen – in einem der wichtigsten Ölförderländer weiter verbessert.

Für die Beschäftigungssituation des Öltankschiffmarktes sind solche Aussichten mittel- und langfristig grundsätzlich positiv. In der Hansa-Hamburg-Flotte operieren Produkten- und Rohöltanker unterschiedlicher Größen. Für die betreffenden Segmente ermittelte der Schiffsmakler ACM Mitte Juni den jeweiligen Ratendurchschnitt für Einzelreisen (Zeitcharteräquivalent): für Suezmax-Rohöltanker rund USD 16.300 pro Tag (Vormonat: USD 24.600), für LR1-/Panamax-Produktentanker USD etwa 7.300 (Vormonat: USD 6.200) und für MR1-Produktentanker ("west") USD 9.200 (Vormonat: USD 10.700) täglich. Als theoretische Einjahreszeitcharterrate – einer Rate, die aufgrund vorhandener Parameter des Marktes theoretisch zustande kommen könnte, aber nicht zustande kommt –errechnete ACM für Rohöltanker der Größe Suezmax eine unveränderte Rate von USD 17.500, für die Größe LR1/Panamax eine weiterhin stabile Zwölfmonatsrate von USD 12.500 und für MR1-Produktentanker ebenfalls gleichbleibend USD 12.250.

Quellen: ACM, Weekly Period Report v. 15. Juni 2012; Shafaq News v. 19. Juni 2012; Iraq Business News v. 20. Juni 2012; Dow Jones, Iraq Eying 9 Mio. v. 20. Juni 2012; EID Nr. 25/12 v. 18. Juni 2012; OPEC, Monthly Oil Market Report, Juni 2012; OPEC, Annual Statistical Bulletin 2010/2011; WELT online, Mehrere Tote durch Bombenterror im Irak, 13. Juni 2012; Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit in Bayern, Der Irak als "Ölmacht", 2004. Bildquelle:

Indien als Wachstumsmarkt für Petrochemikalien

Mit dem Namen Ambani verbindet sich in Indien eine kometenhafte Karriere: Der Lehrersohn – mit vollem Namen Dhirajlal Hirachand Ambani – errichtete 1966 mit seinem Unternehmen Reliance Industries das mittlerweile größte indische Privatunternehmen. Kerngeschäfte des Unternehmens sind die Erdölverarbeitung, Petrochemie und Textilproduktion – eine nahezu vollständige Wertschöpfungskette.

Während das Wachstum Indiens schwächer wird, die Inflationsrate weiter steigt und die Kreditwürdigkeit von der Ratingagentur Fitch von stabil auf negativ herabgestuft zu werden droht, kletterte der Umsatz der Reliance-Kernsparte, von diesen Aussichten scheinbar unbeeindruckt, gewissermaßen von "gut" auf "sehr gut". Der Konzern steigerte seinen Jahresumsatz im Jahresvergleich um 31,4% auf rund USD 66 Mrd. Der operative Gewinn aus den Hauptsparten betrug vor Abschreibungen USD 6,6 Mrd., der Nettogewinn fiel 2011 wegen zurückgehender Margen mit 10,2% nicht mehr ganz so hoch aus wie noch im Vorjahr mit 15,4%. Die Exporte stiegen innerhalb des Berichtszeitraums um 41,8%.

Die Raffinerie-Sparte legte nach Unternehmensangaben um 36,8% zu, der Sektor Petrochemie um 27,7%. Mit seiner Petrochemiesparte erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 15,8. Im ersten Quartal 2012 konnte der Umsatz hier um weitere 8,2% zulegen. Dank höherer Nachfrage aus der Verpackungsbranche verbesserte sich die Gesamtnachfrage nach Polymerprodukten um 6%. Daraufhin erhöhten sich bei Reliance die Ethylen- und Propylen-Produktion jeweils um 10% sowie 8% auf 1,8 Mio. und 0,75 Mio. Tonnen. Die Polymer-Produktion – Polypropylen, Polyethylen und Polyvinylchlorid (PVC) – kletterte um 9% auf zusammen 4,5 Mio. Tonnen.

Die Kapazität der gesamten Petrochemiesparte liege derzeit bei 15 Mio. Tonnen, verteilt auf zehn Produktionsstätten, sagte Mukesh Ambani, Sohn und Erbe des 2002 verstorbenen Firmengründers. Ziel sei es, den Konzern zu einem der weltweit fünf größten und profitabelsten Petrochemikalienhersteller auszubauen. Dazu habe das Unternehmen einige Projekte – verschiedene Cracker mit unterschiedlichen Kapazitäten – geplant, um von den Wachstumsmöglichkeiten Indiens zu profitieren.

Die zunehmende Urbanisierung sichere eine nachhaltig wachsende Nachfrage vor allem nach Plastik, Kunststofffasern und Chemikalien für den Agrarsektor, den Wohnungsbau, den Einzelhandel, Infrastrukturprojekte, die Bekleidungs- sowie die Autoindustrie, für die sich Indien als neuer Produktionsstandort etabliere und für die Reliance eine neue Elastomer-Manufaktur zur Herstellung verformbarer Kunststoffe errichten werde, so Mukesh Ambani. Klebstoffe, Lacke und Farben seien ebenfalls wachsende Märkte.

Die Indian Oil Company (IOCL), größtes Erdölunternehmen des Landes, hat ebenfalls das Potenzial erkannt und erschließt sich das Petrochemiegeschäft. Indien gehöre in dieser Branche zu den weltweit am stärksten wachsenden Märkten, so IOCL. Daher werde man den heimischen Petrochemiesektor erweitern und auch in anderen Teilen der Welt expandieren. Man habe erkannt, dass Petrochemikalien zu den Hauptantrieben des künftigen Wachstums von IOCL zählen.

Die indische Regierung sandte im ersten Quartal 2012 eine Mitteilung an IOCL. Darin begrüßte das zuständige Ministerium für Chemikalien und Düngemittel den Vorstoß des Konzerns. Polyester und Plastik seien Teil einer neuen Ära, die Nachfrage danach werde sich in Indien innerhalb der kommenden Dekade verdreifachen und das Land zum drittgrößten Konsumenten weltweit aufsteigen.

Steht es um die Vertrauenswürdigkeit indischer Staatsanleihen laut Fitch-Rating nicht zum Besten, so zeigt sich das Vertrauen in die Wachstumspotenziale der Geschäfte von Reliance, IOCL sowie der gesamten Petrochemiebranche in einem entgegengesetzten, positiven Licht. Sowohl das Wirtschaftswachstum als auch der Anstieg der Im- und Exportquote Indiens liegen erheblich über dem jeweiligen globalen Jahresdurchschnitt und spiegeln dieses Vertrauen in ein Wachstum der petrochemischen Branche wider.

Die nicht nur für das indische Wachstum notwendigen Petrochemikalien sind unverzichtbare, erdölbasierte Ausgangsstoffe für die Produktion aller Kunststoffe. Vor allem Ethylen, Propylen und Butadien zählen dazu. Diese Produkte sind – neben dem "Autogas" LPG und Ammoniak als Basis der Düngemittelherstellung – die wichtigsten Ladungsarten für die auf den Transport von Flüssiggasen spezialisierte Tankschifffahrt.

Hansa Hamburg Shipping International beschäftigt den zum Transport von LPG gebauten Tanker MT "Queen Zenobia" mit einem Ladevolumen von 22.800 Kubikmetern sowie moderne 17.000-Kubikmeter-Flüssiggastankschiffe mit separaten Ladetanks zum gleichzeitigen Transport verschiedener Petrochemikalien. Für das 17.000-Kubikmeter-Tankschiff "GasChem Nordsee" konnte ab 2012 eine zweijährige Zeitcharter von monatlich USD 830.000 abgeschlossen werden. Mitte Juni verzeichnete der Schiffsmakler Fearnleys für Flüssiggastankschiffe der genannten Größen eine durchschnittliche monatliche Charterrate von USD 770.000 (durchschnittliche Spot-Raten für LPG- und Petrochemikalientanker mit Größen zwischen 15.000 und 23.000 Kubikmetern).

Quellen: Fearnleys Weekly v. 13. Juni 2012; ICIS news, New Projects to Boost Reliance`s India Petchem Capacity v. 7. Juni 2012; IOCL, https://iocl.com/Products/PetrochemicalsSpecialities.aspx; Reliance Industries Ltd., http://www.ril.com/html/investor/financials.html; Reliance, Media Release v. April 2012; Govt. if India, Mstry. Of Chemicals & Fertilizers, Message v. 5. März 2012; Süddeutsche Zeitung v. 19. Juni 2012. Bildquelle: