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IWF: Skeptischer Blick auf verhaltenes Wachstum

Eine Nuance positiver sehen die Mitte April veröffentlichten Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Weltwirtschaftswachstum aus. Der aktuelle Wirtschaftsausblick, den die Organisation kurz vor ihrem Washingtoner Frühjahrstreffen publik machte, zeigt im Vergleich zur Januar-Prognose leicht höhere Wachstumszahlen. Rechnete der IWF zum Jahresbeginn noch mit 3,3% Wachstum für dieses Jahr, seien nun 3,5% möglich. Seine Prognosen für 2013 korrigierte der IWF von 3,9% nun auf 4,1%.

Um 0,2% in diesem und 0,1% im kommenden Jahr verbesserten sich die Wachstumsvorhersagen sowohl für die Industrie- als auch die Schwellen- und Entwicklungsländer. Letztere können demnach 2012 um 5,7% und 2013 um weitere 6,0% wachsen, die Industrienationen um 1,4% sowie 2,0%. Die Wachstumsvorhersagen für China mit 8,2% und 8,8% sowie für Indien mit 6,9% und 7,3% blieben nahezu unverändert. Für Deutschland prognostiziert der Fonds 0,6% in diesem und 1,5% im kommenden Jahr voraus.

Einerseits zeigen die marginal besseren Wachstumsprognosen, dass der IWF nicht mehr von einem unmittelbaren Risiko für einen neuerlichen Absturz der Weltwirtschaft ausgeht. Andererseits unterstreicht die Geringfügigkeit dieses erwarteten Anstiegs, der um 0,4% unterhalb des Wachstumsniveaus von 2011 liegt, die verbleibende Skepsis des IWF gegenüber den ökonomischen Auswirkungen vor allem der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Für diese geht der IWF in diesem Jahr von einer leichten Rezession um minus 0,3% aus, deren Auslöser unter anderem Italien und Spanien seien. Der globale Aufschwung bleibe also insgesamt "sehr fragil", zitierte die Süddeutsche Zeitung (SZ) aus dem IWF-Bericht.

Selbst wenn die Krise im Euro-Raum sich nicht verschärfe, sehen sich die meisten Industriestaaten dennoch entscheidend in ihrem Wachstum gebremst, schreibt der IWF- Chefökonom Olivier Blanchard im Vorwort des neuen Berichts. Weder Industrie- noch Schwellenländer seien bei einer – zumindest vorstellbaren – erneuten Krise gegen ein rückläufiges Wachstum immun.

Auf der IWF-Tagung vom 20. bis 23. April in Washington zeigten laut Financial Times auch die offiziellen Erklärungen, dass Europa für viele Länder als größter Risikofaktor der Weltwirtschaft gilt. Dagegen seien die hohen Defizit- und Schuldenstände in den USA und Japan, die über den durchschnittlichen Vergleichswerten in der Euro-Zone liegen, in den Dokumenten nicht einmal erwähnt worden. Es sei eine verbreitete Unsitte, seine Probleme auf andere abzuschieben, kritisierte Bundesfinanzminister Schäuble all jene Länder – vor allem die USA –, die Europa Ratschläge erteilten und ihre eigenen gigantischen Defizite nicht in den Griff bekämen. Europa sei nicht länger das Problem, Europa sei jetzt Teil der Lösung. – Vor allem verdeutlichte die IWF-Tagung aber, dass nationale Schuldenlasten ein emotionales Thema sind, das nicht regional, sondern nur global in den Griff zu bekommen sein wird.

Dass Europa eher Teil des Problems ist – jedenfalls für die Seeschifffahrt –, bestätigt Neil Dekker, Marktforscher beim Schiffsmakler Drewry. Wegen des bestehenden Kapazitätsüberhangs sei die Gefahr nach wie vor groß, dass die jüngsten Anhebungen der Frachtraten für den Transport eines Zwanzig-Fuß-Standardcontainers (TEU) auf den Fernost-Europa- und -Mittelmeer-Routen wieder einbrechen, zitiert die Deutsche Verkehrszeitung (DVZ). Zuvor habe der Kampf um Marktanteile durch deutlich gesunkene Frachtraten dem Containerschiffsmarkt den Bilanzen ein Milliardenloch beschert. Trotz eines Mengenwachstums von 7,4% hätten die Reeder die Chance vergeben, an die starken Resultate von 2010 anzuknüpfen, kritisierte der Marktexperte von Drewry.

Die Nachfrage nach Stellplatzkapazitäten werde 2012 schwächer als erwartet steigen, nämlich um 4,6%, weshalb sich die Marktbedingungen für die Containerschifffahrt sogar noch verschlechtern können. Einerseits werden laut Dekker dieses Jahr noch 59 Schiffe mit jeweils mehr als 10.000 20-Fuß-Containerstellplätzen (TEU) abgeliefert. Andererseits erklärt der Drewry-Analyst die schwächere Stellplatznachfrage mit den Problemen in der Euro-Zone.

Nachdem der IWF in seinem Januar-Bericht davon ausging, dass das Wachstum des Welthandelsvolumens 2011 im Vorjahresvergleich von 6,8% auf 3,8% zurückgehen werde, revidierte die Organisation jetzt ihre Zahlen und sieht für dieses Jahr nun ein Volumenplus von 4% voraus. In den Industrienationen werde die Menge der Im- und Exporte jedoch noch leicht rückläufig bleiben, während die Schwellen- und Entwicklungsländer die Ein- und Ausfuhrmengen weiter ausbauen werden. Bezogen auf die Seeschifffahrt, könnte sich auch aus den IWF-Zahlen zum Welthandelsvolumen herauslesen lassen, dass europäische Industriestaaten eher auf der Problem- als auf der Lösungsseite zu suchen sind.

Kein Problem mit dem Handelsvolumen hat der Hamburger Hafen. Mit 9,1 Mio. Containern stieg das Umschlagsvolumen um 15,2% – der stärkste Anstieg unter den 20 größten Containerhäfen. Damit verbesserte sich Hamburg auf den 14. Rang vor Antwerpen und ist nach Rotterdam mit 11,9 Mio. umgeschlagenen Containern zweitgrößter Containerhafen Europas. Ein nennenswerter Anstieg der Charterraten ist, trotz des höheren Frachtratenniveaus, weiterhin nicht in Sicht: Für Schiffe um 1.700 TEU – ein Segment, in dem auch mehrere Schiffe in der Hansa-Hamburg-Flotte fahren – lag die durchschnittliche Charterrate Mitte April laut Containerschiffindex New ConTex bei rund USD 6.700 pro Tag (Mitte Vormonat: rund USD 6.600).

Quellen: IWF, World Economic Outlook 17. April 2012; DVZ v. 29. März, 5. April 2012; Financial Times v. 23. April 2012; SZ v. 18., 23. April 2012; Containerschiffsindex New ConTex, www.vhss.de/contex.php. Bildquelle:

EID: Iran verschleiert Ölexporte

Die Abnehmerländer für Öl aus dem Iran haben schon vor einigen Wochen begonnen, ihre Importe zurückzufahren. Das Ölembargo, das bis zum 1. Juli voll umgesetzt werden soll, wurde im Januar als Reaktion auf das umstrittene iranische Atomprogramm von der EU und den USA beschlossen. Nun habe auch die Türkei angekündigt, ihre Ölimporte von dort zu reduzieren, berichtete der Energie Informationsdienst (EID). Laut Spiegel online hat jüngst der chinesische P&I Club als Versicherer von Schiffen mit seiner Ankündigung für Unruhe gesorgt, keine Tanker mehr zu versichern, die Öl aus dem Iran transportieren.

Im Gegenzug unterlaufe der Iran das Embargo mit einer Doppelstrategie, so das Internetportal. Das Land stoppe jetzt seinerseits die europäischen Lieferungen: Nach Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Portugal, Spanien und den Niederlanden werde nun laut örtlichen Medienberichten wohl auch nach Deutschland kein iranisches Öl mehr fließen. Für Deutschland, das weniger als einen Prozent seines Öls aus dem Iran beziehe, werde dieser Schritt ohne Folgen sein. Hauptlieferanten seien Russland, Großbritannien und Norwegen. Gleichzeitig verbessert der Iran im Rahmen seines "Gegenembargos" die Konditionen für asiatische Abnehmer. So sollen unter anderem Indien Preisnachlässe von bis zu 9 US-Dollar pro Barrel gewährt worden sein. Zudem werde ausgewählten Abnehmern mittlerweile ein zinsfreier Zahlungsaufschub für die Öllieferungen von 180 Tagen gewährt.

Diese Maßnahmen, die der Iran als eigene Stärke betrachtet, werten ausländische Experten als Zeichen dafür, dass die Sanktionen zu greifen beginnen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad bestritt dagegen Auswirkungen der Ölsanktionen. Sein Land verfüge über genügend ausländische Devisen und könne die Blockade drei Jahre lang aussitzen. Experten hingegen sehen in der Reaktion des Iran, mit Preisnachlässen und Zahlungsaufschüben neue Abnehmer für das eigene Öl zu finden, eher den Versuch, das Embargo zu unterlaufen.

Im vergangenen Monat produzierten die Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) nach eigenen Aussagen zusammen rund 31,31 mb/d (Mio. Barrel pro Tag) – laut Internationaler Energieagentur (IEA) der höchste Stand seit dreieinhalb Jahren. Das Ölvolumen habe sich innerhalb des letzten Monats um 0,136 mb/d erhöht. Irak, Libyen, Nigeria und Saudi Arabien haben laut April-Marktbericht der OPEC ihre Produktion gesteigert, Angola und der Iran den Ausstoß reduziert. Beim Blick auf die iranische Ölproduktion gibt es tatsächlich zwei gegensätzliche Angaben. In ihrem Bericht stellt die OPEC die Angaben externer Beobachter den Angaben aus den Förderländern gegenüber.

Nach externen Beobachtungen ist danach zumindest die iranische Produktion, die nach Saudi Arabien den größten Ölanteil innerhalb der OPEC ausmacht, bereits seit 2010 kontinuierlich rückläufig. Und seit Januar 2012 ist die Menge von rund 3,46 mb/d auf etwa 3,35 mb/d weiter zurückgegangen. 2010 lag der Durchschnitt noch bei knapp 3,71 mb/d. Die Angaben aus dem Iran im OPEC-Bericht wiederum zeichnen ein entgegengesetztes Bild. Demnach wurden 2010 im Durchschnitt rund 3,54 mb/d produziert. Im Januar 2012 waren es 3,72 mb/d und im März bereits rund 3,76 mb/d.

Unabhängig von der externen oder internen Wahrnehmung dokumentieren die unterschiedlichen Interpretationen, dass es für den Iran schwieriger wird, die nach wie vor hohen Produktionsmengen zu verkaufen – womit die Auswirkungen des Embargos deutlich werden. Deshalb agiert der Iran nun mit Verschleierungstaktiken. Damit die Bestimmungshäfen seiner Öllieferungen unentdeckt bleiben, habe die National Iranian Tanker Company (NITC) die Kapitäne ihrer 39 Öltanker angewiesen, die Transponder abzuschalten, berichtete der EID. Mit diesen Geräten können die Routen von Handelsschiffe nachvollzogen werden. Diese Verschleierungsmethode – zuletzt von Ölkunden während des Bürgerkriegs in Libyen angewendet – sowie die verlockenden Angebote an potenzielle Ölabnehmer könnten zu einer Stabilisierung oder sogar einer Steigerung der Ölausfuhren beigetragen haben, zitiert der EID aus der Ölhandels- und Schifffahrtsbranche. Nebenbei sieht sich der Iran als Opfer einer Cyberattacke auf einen der wichtigsten Ölexport-Terminals. Der Nachrichtenagentur MEHR zufolge wurden am 22. April die Internet- und Kommunikationssysteme des Ölministeriums und der staatlichen Ölgesellschaft attackiert, berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ).

Mit der Schwankung iranischer Ölexporte beschäftigt sich auch der Tankschiffmakler ACM. Dessen Experten gehen von gleich bleibenden Öllieferungen aus. Die Reederei NITC sei außerdem in der Lage, blockadebedingt fehlende Tankertonnage mit eigenen Kapazitäten auszugleichen. Dass die Ölexporte nicht eingebrochen sind, zeige sich an zwei Faktoren. Zum einen gebe es keinen Anstieg an Schiffen, die zu schwimmenden Tanklagern umfunktioniert wurden ("Floating Storage"), um nicht exportiertes Öl einzulagern. Zum anderen sei der Ölbedarf unter anderem wegen des Ausbaus strategischer Ölreserven im ersten Quartal 2012 weiter gestiegen, aber dennoch scheine die Versorgung völlig ausreichend und reibungslos zu funktionieren. Dazu müssten die anderen OPEC-Staaten, neben der ohnehin steigenden Nachfrage, nicht nur die rückläufigen Produktionsmengen aus Nicht-OPEC-Staaten ausgleichen, sondern noch die zusätzlichen Mengen iranischen Öls kompensieren. Im Grunde muss also laut ACM iranisches Öl zumindest in ähnlicher Menge verfügbar gewesen sein.

Nach diesen Spekulationen ist es aus ökonomischer Sicht sogar nachvollziehbar, wenn sich der Iran neue Abnehmer für sein heimisches Öl sucht. Möglicherweise kann der Iran bald auf Zugeständnisse bei der Ölblockade hoffen. Zumindest signalisierten die fünf UN-Vetomächte mit Russland und Deutschland Mitte April dem Unterhändler des Iran, für jedes Entgegenkommen im Atomstreit mit Gegenleistungen rechnen zu können. Es sei bereits ein Folgegespräch vereinbart worden, das am 23. Mai auf iranischen Wunsch in Bagdad stattfinden werde, heißt es dazu in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.).

Für die in der Hansa-Hamburg-Flotte fahrenden Produkten- und Rohöltanker verschiedener Größen ermittelte der Schiffsmakler ACM im April den jeweiligen Ratendurchschnitt für Einzelreisen (Zeitcharteräquivalent): für Suezmax-Rohöltanker rund USD 8.800 pro Tag (Vormonat: USD 24.400), für LR1-/Panamax-Produktentanker USD knapp 9.400 (Vormonat: USD 4.500) und für MR1-Produktentanker ("west") USD 8.700 (Vormonat: USD 12.000) täglich. Als theoretische Einjahreszeitcharterrate errechnete ACM für Rohöltanker der Größe Suezmax eine Rate von USD 17.000 (Vormonat: USD 17.500), für die Größe LR1/Panamax eine Zwölfmonatsrate von USD 12.500 (Vormonat: USD 13.000) und für MR1-Produktentanker eine Rate von USD 12.250 (März: USD 12.000).

Quellen: ACM Period Report v. 13., 20. April 2012; OPEC, Monthly Oil Market Report v. 12. April 2012; EID 16/2012 v. 16. April 2012; SZ, Iran vermutet Cyberattacke v. 24. April 2012; F.A.Z. online, Weitere Atomgespräche in Bagdad vereinbart v. 15. April 2012; SPIEGEL online, Ölembargo umgekehrt v. 11. April 2012; SPIEGEL online, Preisnachlass für asiatische Länder v. 12. April. Bildquelle:

GKV: Kunststoffbranche mit Rekordergebnis

Trotz europäischer Schuldenkrise und weltweit abgekühlter Konjunktur zeige sich die Chemie- und Kunststoffindustrie – Konsumenten petrochemischer Produkte – weiter optimistisch, gehe aber für dieses Jahr wegen wachsender Rohstoff-, Treibstoff- und Energiepreise von einem erhöhten Druck auf ihre Gewinnmargen aus. Dies ist das Fazit der Frühjahrsanalyse 2012 von Ceresana Research, einem der weltweit führenden Marktforschungsunternehmen für die chemische Industrie.

Im letzten halben Jahr konnte ein Großteil der Unternehmen dieser Industriezweige ihr Produktionsvolumen erhöhen. Und rund 43% der Umfrageteilnehmer rechnen mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate. Im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Nordamerika liege dieser Anteil bei jeweils fast 70%, so die Ceresana-Veröffentlichung. Aber auch in Europa rechnen mehr Unternehmen mit einer Verbesserung der Marktsituation als mit einem Rückgang. Vor allem in Westeuropa seien die Erwartungen wegen günstiger Auftragsbestände und Produktionsvolumina deutlich optimistischer als in anderen Regionen des Kontinents.

Diese Annahmen untermauert die Frühjahrsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zumindest für das hiesige produzierende Gewerbe: Nach einem Rotsignal gehe die deutsche Wachstumslokomotive wieder auf die Strecke. Fast 40% der Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit steigenden Produktionszahlen, lediglich 17% erwarten einen Rückschlag.

Dass die globale Chemie- und Kunststoffbranche durch das reduzierte Weltwirtschaftswachstum kaum beeinträchtigt wurde, wie es die Ceresana-Umfrage zeigt, und dass sich die deutsche Kunststoffbranche sogar zu einer der Wachstums-Lokomotiven zählen kann, die das IW wieder auf der Strecke sieht, bestätigte kürzlich der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) auf seiner Auftaktpressekonferenz. Mit einem Zuwachs von 8,8% habe die Kunststoffbranche 2011 hierzulande ein Rekordergebnis eingefahren: Die Verpackungsindustrie legte um 9% zu, das Baugewerbe um 4,6%, die Auto-, Elektro- und Maschinenbauindustrie schloss 2011 sogar mit einem Plus von 10,8% ab. GKV-Präsident Bernd-O. Kruse erklärte die Krise seiner Branche für beendet, wies aber auf die hohen Rohstoff- und Energiekosten hin. 2012 rechnet Kruse mit einer stabilen Entwicklung auf dem bereits hohen Niveau. Der Dachverband PlasticsEurope erwartet, nach dem letztjährigen weltweiten Produktionsanstieg um 4% auf 280 Mio. Tonnen, durchgehend bis 2016 jährliche Steigerungen um 4%.

Die mit einem Anteil von zusammen 70% an der globalen Kunststoffproduktion wichtigsten Gruppen sind nach aktuellen GKV-Angaben Polyolefine (Thermoplaste aus gesättigten Kohlenwasserstoffe; wichtigste Gruppe der Kunststoffe), PVC, Polystyrol ("Styropor") und PET (Polyethylen-Terephthalat). Unverzichtbar für die Plastikherstellung sind vor allem die petrochemischen Produkte Ethylen, Propylen, C4-Kohlenwasserstoffe und Vinylchloridmonomer (VCM). Da ihre Nachfrage wiederum abhängig ist von der Konjunktur der verschiedenen genannten Industriezweige, sind die Aussichten für die Petrochemie ebenfalls günstig.

Die genannten Produkte sind – neben LPG und Ammoniak – die wichtigsten Ladungsarten für die auf den Transport von Flüssiggasen spezialisierte Tankschifffahrt. In der Hansa-Hamburg-Flotte fahren der für den Transport von LPG gebaute Tanker MT "Queen Zenobia" mit einem Ladevolumen von 22.800 Kubikmetern sowie moderne 17.000-Kubikmeter-Flüssiggastankschiffe mit separaten Ladetanks zum gleichzeitigen Transport verschiedener Petrochemikalien.

Mitte April verzeichnete der Schiffsmakler Fearnleys für Schiffe der genannten Ladungen und Größen eine gegenüber dem Vormonat unveränderte durchschnittliche monatliche Charterrate von USD 790.000 (durchschnittliche Spot-Raten für LPG- und Petrochemikalientanker mit Größen zwischen 15.000 und 23.000 Kubikmetern). Hansa Hamburg konnte, beginnend mit dem ersten Quartal 2012, für das 17.000-Kubikmeter-Tankschiff "GasChem Nordsee" eine zweijährige Zeitcharter von monatlich USD 830.000 abschließen – bei dem derzeitigen Ratenniveau ein bemerkenswerter Abschluss.

Quellen: Fearnleys Weekly v. 18. April 2012; Ceresana Research, Industry Monitor – Kurzbericht v. 19. März 2012; IW, Pressemitteilung Nr. 16. v. 23. April 2012; GKV, Pressemitteilung v. 22. Februar 2012; PlasticsEurope, Pressemitteilung v. 12. April 2012. Bildquelle: