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„Santé!”

„Gesundheit!” wünschen sich die Franzosen, wenn sie einander zuprosten. Mit ihren 27,2 Mio. Hektolitern Wein im Jahr stehen sie an der Spitze des europäischen Weinkonsums und werden weltweit nur noch von den Vereinigten Staaten von Amerika mit 31 Mio. Hektolitern übertroffen. Ob rot, weiß oder rosé: Wein erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Hier werden seit Jahren rund 20 Mio. Hektoliter Wein jährlich konsumiert.

Zahlreiche Wirkungen werden dem Rebensaft nachgesagt: So soll er – mäßig genossen – gesundheitsfördernd wirken, die Verdauung anregen, Arteriosklerose vorbeugen, Blutfette senken und sogar geistig fit halten. Als eines der ältesten alkoholischen Getränke der Menschheit besitzt Wein eine lange Geschichte. Schon um 5000 v. Chr. finden sich erste Hinweise auf eine Weinerzeugung im größeren Stil. Im heutigen Georgien sowie dem südlichem Irak belegen pflanzliche Überreste, dass dort Weinreben systematisch kultiviert wurden.

Viel ist seitdem passiert: Mittlerweile existieren Hunderte von Rebsorten und unzählige Erzeuger – eine enorme Weinvielfalt ist das Ergebnis. Für Liebhaber ist Wein allerdings nicht nur einfach ein Getränk – er ist vielmehr eine Wissenschaft für sich. Die Temperatur, das Glas, dessen Form, das Essen, zu dem er getrunken wird – alles spielt für den Weinkenner eine wichtige Rolle.

In Deutschland jedoch liegen die Biertrinker vorn: 2015 stand rein statistisch gesehen ein Pro-Kopf-Verbrauch von „nur” 20,5 Litern Wein dem Konsum von rund 106 Litern Bier jährlich gegenüber. Dennoch lässt sich mit Wein mehr Umsatz generieren. Rund 10 % mehr gaben deutsche Privathaushalte 2015 für Wein als für Bier aus.

2015 wurden bundesweit rund 8,9 Mio. Hektoliter Wein geerntet. Mehr als ein Viertel ihrer gesamten Erlöse erzielen deutsche Exporteure mittlerweile in den USA. 2015 wurden Weine im Wert von 82 Mio. Euro nach Amerika ausgeführt. Auf Platz zwei mit rund 11 Prozent am gesamten Exportwert folgten die Niederlande, Platz drei und vier belegten Großbritannien (9 Prozent) und Norwegen (8 Prozent). Gemeinsam bilden diese vier wichtigen Märkte rund 50 Prozent aller Weinexporte aus Deutschland ab.

Der Import von Weinen nach Deutschland ist allerdings weitaus größer als ihr Export. Erneut landeten 2015 die italienischen Weine mit knapp 5,5 Mio. Hektolitern auf Platz eins beim Import. Mit 3,8 Mio. Hektolitern folgten spanische, auf Platz drei brachten es mit 2,25 Mio. Hektolitern französische Weine.

Doch die Lust auf Weine von anderen Kontinenten wächst: 2015 wurden aus Südafrika 845.000 Hektoliter Wein und jeweils rund eine halbe Million Hektoliter aus Chile, den USA und Australien importiert. Damit übertrifft der Import aus diesen Kontinenten den Export in die vier für Deutschland wichtigsten Länder (USA, Niederlande, GB und Norwegen) um mehr als das Vierfache.

Der Transport der Weine erfordert eine sorgfältige und fachgerechte Behandlung, denn Wein gehört in die Gruppe der hochsensiblen Lebensmittel. Sie reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse, so der Direktor für neue Dienstleistungen bei JF Hillebrand, einem Spediteur mit Schwerpunkt im Wein und Spirituosen-Transport.

Große Mengen Wein reisen per Schiff rund um den Erdball – meist in Flaschen abgefüllt im Container. Doch nicht immer: Manche Weine, vor allem die preiswerteren, verbringen einen Großteil ihrer Reise in sogenannten Flexitanks, die wiederrum in Standardcontainern verstaut werden. „Die Nachfrage nach dieser Transportmöglichkeit ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen”, erläuterte Karl-August Wittrock, Senior Sales Manager der Reederei Hapag Lloyd schon vor zwei Jahren. Auf diese Weise erreichen vorwiegend Weine aus den Anbaugebieten Australiens, Chiles, Kaliforniens und Südafrikas die Küsten von Großbritannien und Amerika.

Wird der Wein im Flexitank und nicht in der Flasche verschifft, lässt sich eine ganze Menge Geld sparen. In einem 20-Fuß-Container kann auf diese Weise mehr als vier Mal so viel Wein transportiert werden wie in einer mit Glasflaschen beladenen, gleich großen Box. Der Transport eines Liters Flaschenwein von Kalifornien nach London kostete 2015 beispielsweise 24 Euro-Cent. Nur die Hälfte musste der Kunde zahlen, entschied er sich für den Transport im Flexitank. Ohne diese hält es Getränkelogistiker Bernd Jordan von JF Hillebrand für nahezu unmöglich, Verbrauchern in Supermärkten oder Discountern Weine aus Übersee für nur wenige Euro anzubieten.

Hochpreisige Weine dagegen werden dennoch in Flaschen transportiert. Besonders edle und teure Tropfen reisen sogar in speziell temperierten Kühlcontainern, die eine exakte Temperatur ermöglichen, um den Wein vor etwaigen Temperaturschwankungen zu schützen.

Containerschiffe mit Weinlieferungen laufen auch regelmäßig deutsche Häfen an und sorgen so für die Verfügbarkeit von Weinen aus der ganzen Welt. Dabei verursachen die globalen Transporte von Wein vergleichsweise geringe Mengen an CO2 -Ausstoß. Dies bewies eine Studie (hinsichtlich kalifornischer Weine) der Universität Gießen in Kooperation mit der San Francisco State University. So erzeugte der Transport einer Flasche Rotwein aus Kalifornien bis zum Endverbraucher nicht mehr Kohlendioxid als das sonntägliche Brötchenholen mit dem Auto. Vielleicht ein Grund weniger für ein schlechtes Gewissen beim Kauf einer Flasche Wein aus Übersee...

Die Flotte der Hansa Hamburg zählt unterschiedlichste Produktgruppen zu ihren klassischen Transportwaren. Ob PKWs, Lebensmittel, Möbel, Schuhkartons oder Wein – die Palette an Waren, die sich auf den Schiffen der Hansa Hamburg mit einem Ladevolumen um 1.700 TEU befinden, ist vielfältig.

Schiffe dieser Größenordnung sorgen vor allem für einen Containerumschlag zwischen Großcontainerschiffen und kleineren Häfen. Für sie teilte der Containerschiffindex New ConTex Ende Juni eine in Bezug auf den Vormonat leicht gesunkene Einjahres-Zeitcharterrate von rund 7.300 US-Dollar pro Tag (Mai 7.500 US-Dollar pro Tag) mit.

Quellen: Statista, „Pro-Kopf-Konsum von Wein in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2015”, 2017 und „Pro-Kopf-Konsum von Bier in Deutschland in den Jahren 1950 bis 2016”, 2017 und „Wichtigste Herkunftsländer von Weinimporten nach Importmenge im Jahr 2015”, 2017; Deutsches Weininstitut, Deutscher Wein: Statistik 2016/2017; Planet Wissen, „Wein”, 12.1.17; LOGISTRA, „Damit der Wein nicht umkippt”, 3/2010; Hapag-Lloyd, „Vom Schiff ins Glas”, 1.4.2015; Justus-Liebig-Universität Giessen, „Kohlendioxid-Bilanz für kalifornischen Wein überraschend gut”, 23.6.2016; New ConTex, 26. Juni 2017.
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Wie kommt der Joghurt ins Regal?

Logistik – solange sie funktioniert, bemerkt sie niemand. Doch so unsichtbar sie den meisten auch erscheint, steckt sie doch hinter jedem gut sortierten Supermarktregal und sorgt für Nachschub jeder Art – auch den Joghurt. Komplizierteste Abläufe verstecken sich in einer reibungslosen Logistik. Der Verbraucher wird meist erst dann auf sie aufmerksam, wenn es mal nicht so gut läuft. Der Wirtschaftsbereich Logistik kämpft mit seinem Image als Verursacher von Staus, als Quelle von Abgasen und Verspätungen sowie als „Landschaftsverschandler”.

Doch die Branche liefert: Rund drei Millionen Beschäftigte kann sie aufweisen, und mit den von ihnen erwirtschafteten 258 Mrd. Euro Umsatz im vergangenen Jahr stellt sie Deutschlands drittgrößten Wirtschaftsbereich dar. Ohne sie wäre der wirtschaftliche Erfolg der Industrie und des Handels undenkbar. Logistiker stellen Tag für Tag sicher, dass Menschen, Dienstleistungen und Güter dort landen, wo sie benötigt werden. Durch sie wird der Alltag leichter, Krisenfälle sowie Naturkatastrophen mit Hilfe der Logistiker händelbar und der freie und effiziente Austausch von Waren erst möglich.

Logistik ist schon Jahrtausende alt – bereits 2580 v. Chr. setzte der Bau der Cheops-Pyramide einen unglaublichen logistischen Aufwand voraus: Granitblöcke, die über 50 Tonnen schwer waren, mussten aus bis zu 800 Kilometern entfernt gelegenen Steinbrüchen herangeschafft werden. Später war es vor allem das Militär, das mit Hilfe eines ausgeklügelten Logistiksystems Soldaten bewaffnete, sie mit Lebensmitteln versorgte und Nachschub lieferte – egal, wie weit sich die Truppen von der Heimat entfernt befanden.

Knapp 5000 Jahre später versucht der „Tag der Logistik” die Möglichkeiten der Branche in der Gegenwart aufzuzeigen. Am 17. April 2008 fand die Messe zum ersten Mal statt – in diesem Jahr feierte sie ihren zehnten Jahrestag.

Die gemeinnützige Bundesvereinigung Logistik (BLV) e.V. versucht seit 2008, eine Kommunikation mit Breitenwirkung für den Bereich Logistik in Gang zu bringen. Sie ist kein Verband, sondern ein Experten- und Wissensnetzwerk mit mehr als 11.000 Mitgliedern aus allen logistischen Arbeitsfeldern. Ihr Vorstandsvorsitzender, Prof. Raimund Klinkner, will auf der Messe vor allem junge Menschen erreichen, die vor der Berufs- oder Studienwahl stehen, um sie für eine Karriere in der Logistik zu begeistern. Denn die Branche befindet sich in einer Krise: Sie leidet unter einem Mangel an qualifizierten Personal. Viele der offenen Stellen bleiben lange unbesetzt. Und das, obwohl im Zuge der Globalisierung sowie des weltweiten Handels der Branche eine zentrale Rolle zukommt.

Rund 90 Prozent des weltweiten Warenflusses werden mittlerweile per Schiff vorgenommen. Die immer größer werdenden Containerschiffe erfordern mit ihren Ladekapazitäten von bis zu 20.000 TEU (Standardcontainern) ein immer größeres, miteinander verzahntes Logistiksystem. Im jeweils angelaufenem Hafen ist eine ausgeklügelte Hafenlogistik nötig, um die Waren von dort an ihre Bestimmungsorte weiterzubefördern – egal ob per Feederschiff, Bahn oder LKW.

Deutschland, mit seinem deutlichen Schwerpunkt auf dem Außenhandel, ist auf eine ausgezeichnete Logistik angewiesen. Der Logistik-Markt Europas setzte 2015 rund eine Billion Euro um. Fast ein Viertel davon entfiel auf Deutschland. Nach Einschätzung vieler ausländischer Investoren liegt dies nicht nur an der geografisch günstigen Lage Deutschlands im Zentrum Europas. Die Bundesrepublik punktet vor allem durch ihre hohe Qualität in der Infrastruktur und Logistiktechnologie und schafft es damit auf eine internationale Spitzenposition.

Deutschlands führender Logistikstandort ist Hamburg, deren Hafen der drittgrößte Europas ist. Innerhalb der ersten fünf Monate dieses Jahres wurde hier ein Seegüterumschlag im Gesamtvolumen von 58,7 Mio. Tonnen erzielt. Dies entspricht einem leichten Zuwachs zum Vorjahr von 0,2 Prozent, der vor allem dem ausgehenden Verkehr mit einem Plus von 3,3 Prozent zu verdanken ist (25,7 Mio. Tonnen). Ihm gegenüber stand der rückläufige Import, der von Januar bis Mai auf 33 Mio. Tonnen und damit um 2,1 Prozent sank.

Die Wirtschaftsexperten des ifo-Institutes erwarten laut ihrer jüngsten Konjunkturprognose im Sommerhalbjahr ein spürbares Anziehen der weltwirtschaftlichen Expansion. Trotz bestehender Verunsicherung durch den kommenden Brexit sowie der wirtschaftspolitischen Ausrichtung Amerikas wird mit einer weltwirtschaftlichen Produktionssteigerung von 3,0 Prozent in diesem Jahr gerechnet. Nach Ansicht des Institutes dürfte der reale Weltwarenhandel mit 4,9 Prozent in diesem Jahr stärker ausfallen, als noch vor einem Halbjahr angenommen. Im kommenden Jahr werden sogar Zuwachsraten von 4,0 Prozent erwartet. Damit liegen diese doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Auch für Deutschland prognostizieren die Experten einen anhaltenden Aufschwung. Neben der Konsumnachfrage der Privathaushalte wird vor allem mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent im Export gerechnet. Der Import soll diesen mit avisierten 4,5 Prozent sogar noch geringfügig übertreffen.

Von dieser Entwicklung dürfte auch die Flotte der Hansa Hamburg profitieren, die mit ihren Schiffen, ob Flüssiggas-, Container- oder Tankschiffen für einen Warenaustausch zwischen den Kontinenten sorgt.

Quellen: Täglicher Hafenbericht, „Hilfe für Logistik-Start-ups”, 16.5.2017; Hafen Hamburg, „HHM-SeegüterrePORT und Mitgliederinformationen – Hafentrends auf einen Blick”, Mai 2017; Bundesvereinigung Logistik e.V., „Tag der Logistik – Bedeutung für Deutschland”; Der Tagesspiegel, „Fachkräftemangel in der Logistik deutlich spürbar”, 3.5.2017.
Bildquelle: pixabay (user:auntmasako)

LPG, LNG, CNG – was verbirgt sich hinter diesen Abkürzungen?

Abkürzungen können das Leben erleichtern – ähnliche Buchstabenkombinationen allerdings auch für Verwirrung sorgen. Für Missverständnisse sind manchmal auch die oben genannten Abkürzungen verantwortlich. Sie alle haben „irgendetwas mit Gas” zu tun – inwiefern sie sich voneinander unterscheiden oder miteinander zusammenhängen, soll dieser Text klären.

Seit Erdgas nicht nur durch Leitungen strömt, sondern immer häufiger in flüssiger Form mit dem Tankschiff quer über die Weltmeere transportiert wird, scheinen diese Abkürzungen bei Laien zu Verwechslungen zu führen. Denn Erdgas, das verflüssigt ist, ist nicht automatisch mit dem „echten Flüssiggas” gleichzusetzen – nur weil es in flüssiger Form vorliegt.

Zur Erklärung: Die Abkürzung LPG steht für Liquefied Petroleum Gas und beschreibt somit das „echte” Flüssiggas, das aus Propan, Butan oder aus einer Mischung von beiden besteht und in speziellen Gastankschiffen transportiert werden muss. Auch die Flotte der Hansa Hamburg besitzt unterschiedliche Flüssiggastanker. Das Flüssiggas benötigt nur einen geringen Druck, um flüssig zu bleiben. Als Autogas liegt es z.B. im Tank eines Fahrzeuges bereits in flüssiger Form vor.

LNG dagegen steht für Liquefied Natural Gas – darunter versteht man „verflüssigtes Erdgas”. Es besteht hauptsächlich aus Methan. Ein hoher technischer Aufwand ist nötig, um es von der Gas- in die flüssige Form zu bringen. Um dies zu erreichen, muss es auf rund minus 164 Grad heruntergekühlt werden. Der Vorteil eines verflüssigten Erdgases liegt in seinem geringen Volumen. Verflüssigt besitzt es nur noch ein Sechshundertstel seines Ausgangsvolumens.

LNG wird als verflüssigtes Erdgas zur Stromerzeugung sowie als Treibstoff für Schiffe und schwere Lastwagen eingesetzt. Auch zur Wärmeversorgung wird es genutzt. Es gibt Bestrebungen, den Einsatz von LNG in diesen Bereichen weiter auszubauen.

Hinter den Buchstaben CNG verbirgt sich das Compressed Natural Gas. Dies steht für komprimiertes Erdgas, mit dem normale Erdgasfahrzeuge wie Pkws fahren. In deren Tanks wird das Erdgas in Gasform mit einem Druck von 200 bar gespeichert. Die Tanks der Erdgas-Autos sind in der Regel größer als die der Autogas-Fahrzeuge und nehmen mehr Stauraum in Anspruch.

Zum tieferen Verständnis: Der größte Teil des verfügbaren LPG – nämlich rund 60 Prozent – wird bei der Förderung von Erdgas und Rohöl gewonnen. Bei der Raffination von Mineralöl entstehen weitere 40 Prozent. Propan und Butan – die beiden Gase, aus denen das Flüssiggas besteht – sind organische Verbindungen aus der Gruppe der gesättigten Kohlenwasserstoffe. Chemiker erkennen LPG an der chemischen Formel. Für Propan ist diese C3H8, für Butan C4H10. Bei Zimmertemperatur genügt bereits ein Druck von ca. 8 bar, damit sich das Gas verflüssigt.

Erdgase bestehen dagegen hauptsächlich aus hochentzündlichem Methan. Das brennbare, in unterirdischen Lagerstätten vorkommende Naturgas, das häufig zusammen mit Erdöl auftritt, besitzt die chemische Formel CH4.

LPG ist ein wahres Multitalent, das sowohl in der Landwirtschaft, Industrie als auch im Freizeitbereich zum Einsatz kommt: Als Flaschengas liefert es Energie zum Grillen, in Imbissständen und auf Baustellen. Ebenfalls mit von der Partie ist es in Wohnmobilen oder Heißluftballons. Als Kraftstoff treibt es Autos, Gabelstapler oder Stromgeneratoren an und ersetzt in Spraydosen sowie vielen kosmetischen Produkten das FCKW. Als Heizenergie spielt es überall dort eine wichtige Rolle, wo kein Anschluss an das Erdgasnetz besteht.

Die Absatzzahlen von LPG auf dem deutschen Markt sind laut des Deutschen Verbandes Flüssiggas e.V. (DVFG) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dabei beruft sich der Verband auf Erhebungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Für den Zeitraum von Januar bis Mai 2016 lag der Inlandsabsatz bei 1,37 Mio. Tonnen und übertraf damit den Vorjahresabsatz um 7,9 Prozent.

Christian Osthof, Marketingleiter von PROGAS, einem der führenden Flüssiggasversorger in Deutschland, sieht darin eine positive Entwicklung für die Umwelt. Denn die Emissionen, die beim Einsatz von LPG entstehen, sind hinsichtlich Feinstaub, Kohlenmonoxid und Stickstoffoxid deutlich niedriger als die anderer Energieträger.

Aus diesem Grund begrüßt Rainer Scharr, Vorsitzender der DVFG, den Beschluss des Deutschen Bundestages Anfang Juni dieses Jahres, die steuerliche Begünstigung für Autogas bis zum Jahr 2022 zu verlängern. Mittlerweile fahren in Deutschland rund 476.000 Fahrzeuge, die mit diesem Alternativkraftstoff angetrieben werden. Zum Vergleich: 2008 waren es lediglich 162.000 Autos.

Das Handelsvolumen mit LPG wird laut des Beratungsunternehmens Drewry sein Wachstum in diesem Jahr auf einem gesunden Niveau fortsetzen. Einen kleinen Dämpfer erhält diese Entwicklung allerdings durch das ungebremste Flottenwachstum, das das Handelsvolumen unterwandert. Innerhalb der LPG-Tankerflotte gehen die Analysten von Drewry im Segment der mittelgroßen Carrier von 35 Prozent Kapazitätswachstum aus. Die Handysizer folgen ihnen mit 23 Prozent, während die VLGC (Very Large Gas Carrier)-Einheiten einen Zuwachs von ca. 16 Prozent erwarten lassen. Für das Jahr 2018 wird mit einem Wachstumsrückgang gerechnet, der sich jedoch kaum auf die Raten auswirken wird.

In der Flotte der Hansa Hamburg fahren unterschiedliche, seit Jahren im Markt etablierte Flüssiggastanker, die von einem stärkeren Einsatz des LPG in den verschiedenen Bereichen als Kraftstoff profitieren würden. Der Flüssiggastanker „Queen Zenobia” ist auf den Transport von LPG spezialisiert und besitzt ein Ladetankvolumen von rund 22.800 Kubikmetern. Im Mai dieses Jahres verzeichnete Clarkson Research für LPG-Flüssiggastankschiffe der Größenordnung um 22.500 Kubikmeter durchschnittliche Charterraten von rund 13.100 US-Dollar pro Tag.

Quellen: Statista, „Anzahl der Autogas-Fahrzeuge in Deutschland in den Jahren von 2006 bis 2017”, 2017; Deutscher Verband Flüssiggas e.V., „Steuervorteil für Autogas verlängert”, 2.6.2017; Welt, „Das sind die Unterschiede zwischen Autogas- und Erdgas-Fahrzeugen”, 12.8.2010; Täglicher Hafenbericht, „LPG-Flotte wächst rasant”, 17.2.2017; Wallstreet online, „PROGAS: Flüssiggas ist gute Ergänzung im Energiemix...”, 30.8.2016; Wikipedia, „Autogas”, 2017; Clarkson Research, Shipping Intelligence Weekly Nr. 1.276, 16.6.2017.
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