Gruß zur Weihnachtszeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

was war das für ein Jahr für diese Welt, für Deutschland und auch für Hamburg!
Ein neuer US-Präsident schert sich nicht um diplomatische und sonstige Gepflogenheiten. Ein Diktator in Nordkorea zündelt am Pulverfass, die Türkei entfernt sich mit großen Schritten von Europa. Islamisten verüben blinden Terror, Extremismus, Nationalismus und Protektionismus feiern weltweit fröhliche Urständ. Die Landtags- und Bundestagswahlen bei uns lassen ob ihrer Ergebnisse aufmerken und letztere führte noch immer nicht zu einer neuen Regierung für unser Land.
Die deutsche Wirtschaft brummt, die Autoindustrie kämpft sich durch den Abgas-Nebel, alternative Antriebe sind bei uns wohl verschlafen worden, der neue Hauptstadt-Flughafen soll, mit neun Jahren Verspätung, nun ganz bestimmt 2020 eröffnet werden. Die weltweite Handelsschifffahrt sortiert sich noch immer neu. Und dann ist da noch die Sache mit der Digitalisierung – Schreckgespenst oder Chance?

Containerschiffmarkt

Kauflust an Weihnachten – des einen Freud', des anderen Leid

Weihnachten ohne Schifffahrt, das wäre wie ein Tuschkasten ohne Farben. Denn gäbe es die Containerschifffahrt nicht, bliebe es ziemlich leer unter dem Tannenbaum. Rund 90 Prozent des globalen Handels erfolgt über den Seeweg – und auch zahlreiche Waren, die sich als Präsente bunt und liebevoll verpackt unter dem Weihnachtsbaum wiederfinden, erreichen uns auf diesem Wege.
Pro Jahr gelangen rund neun Milliarden Tonnen Güter auf rund 90.000 Schiffen zu ihren Bestimmungsorten. Dabei verläuft das Geschäft antizyklisch zu den Jahreszeiten: So befinden sich die Waren für das Weihnachtsgeschäft nicht erst im November und Dezember in den Seecontainern, sondern bereits im August und September, spätestens aber im Oktober. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Container bereits wieder voller Ware für die kommende Frühjahrs- bzw. Sommersaison.
Der Großteil der von uns importierten Güter wie z.B. Spielzeug, technische Geräte und Kleidung kommt aus Asien – hier ist vor allem China federführend. Regelrecht „einbrechen” wird das Geschäft aus dem Reich der Mitte routinemäßig zwischen Mitte Januar und Mitte Februar, zum chinesischen Neujahrsfest. Dann geht für rund 15 Tage erst einmal gar nichts mehr – in China steht nach dem Jahreswechsel, der sich immer zwischen dem 21. Januar und 21. Februar bewegt, alles still. Diese Zeit ist traditionell Familienbesuchen und -feiern sowie der Pflege von Beziehungen gewidmet. Darauf muss sich die westliche Welt einstellen, denn der chinesische Jahreswechsel bedeutet den Chinesen mindestens so viel wie den Deutschen Weihnachten und Silvester zusammen.

Schifffahrt

Nikolaus – Schutzpatron der Seefahrer

Jedes Jahr stellen Kinder am Abend des 5. Dezember ihre Schuhe vor die Tür, um am nächsten Morgen mit leuchtenden Augen die Gaben des Nikolaus' zu bewundern. Eine Rute erwartet kaum ein Kind ernsthaft, aber Vorsicht schadet ja bekanntlich nicht – ein guter Abend also für Eltern von nimmermüden Duracell-Häschen: „Wenn du jetzt nicht ruckzuck ins Bett gehst, sieht das auch der Nikolaus!”
Die Legenden des Nikolaus geistern seit dem 6. Jahrhundert nicht nur durch Kinderzimmer. Zwei Personen, von denen nur eine belegbar existierte, bilden den Ursprung dieses Mythos: Beide trugen den Namen Nikolaus von Myra, beide waren sie Bischöfe, beide stammten aus Lykien, der heutigen Türkei. Der erste Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert, und seine Existenz ist belegt. Der zweite soll rund zwei Jahrhunderte später das Bischofsgewand getragen haben – doch ob dem wirklich so war, ist nicht gesichert. Klar ist, dass der mutmaßliche Todestag des älteren Nikolaus', der 6. Dezember 343, zum Nikolaus-Fest erklärt wurde. Die geographische Heimat der Legende führt immer wieder zur Annahme, unser Nikolaus sei Türke gewesen – doch ganz korrekt ist das nicht. Zwar liegt die antike Küstenstadt Myra – die heute Demre heißt – nahe Antalya im Süden der Türkei; zu Lebzeiten des Heiligen Nikolaus jedoch gehörte sie zum Römischen Reich und war Teil des lykischen Staatenbundes. Auch unter römischer Herrschaft blieben die Lykier mit ihrer Kultur und der Sprache relativ unabhängig.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Geschenke-Tradition zum Nikolaustag, an dem nur geputzte Schuhe mit guten Gaben gefüllt werden. Doch schon aus dem 15. Jahrhundert ist ein Brauch überliefert, der sich „Schiffchensetzen” nannte. Dafür wurden kleine „Nikolaus-Schiffe” aus Papier gebastelt, in die der Nikolaus seine Geschenke legen sollte. Doch warum Schiffe? Die Legende hierzu stellt uns den Heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Seefahrer vor: Denn bereits zu seinen Lebzeiten galt Bischof Nikolaus als Helfer in der Not. Als drei Seemänner mit ihrem Schiff bei einem Unwetter zu sinken drohten, beteten sie zu dem Wundertäter, er möge sie aus ihrer misslichen Lage retten. Plötzlich tauchte ein fremder Mann an Bord auf, besänftigte den Sturm, leitete das Schiff in einen sicheren Hafen und verschwand. An Land wollten die Seeleute in der Kirche von Myra betend für ihr Leben danken, da erkannten sie in Bischof Nikolaus ihren Retter wieder.